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Danach, es waren auch 2 Std. und gut 8km, sind wir müde und hungrig. Nach einer
Skyr-Zwischenjause fahren wir weiter. Tatsächlich gibt es in Skalholt, dem
ehemaligen Bischofssitz, ein sehr hübsches Café mit Blütenranken in einem
Wintergarten. Wir essen guten Apfelkuchen und können auch ins Internet.
Danach geht es uns wieder besser und wir
nehmen die restliche Strecke nach Landmannalaugar in Angriff. Ein großer Teil
bis zu einem Kraftwerk ist asphaltiert, dann beginnt die Piste. Die ersten
Kilometer sind – wohl zur Abschreckung – etwas rau, danach ist die Straße
eigentlich gut, nur Wellblech gibt es einiges. Am frühen Abend sind wir bei der
Straßenkreuzung am Frostastadavatn. Die Sonne schaut ein bisschen hervor, wir
hoffen auf Abendlicht. Nachdem wir uns die Piste nach Süden ein bisschen
angeschaut haben (auch für uns befahrbar, solange es keine Furt gibt), fahren
wir auf den Ljotpollur hinauf, sozusagen zum Titelbild unseres Wanderführers,
inzwischen ein viel besuchter Aussichtspunkt. Die Piste hinauf schaut wild steil
aus, im Kriechgang aber kein Problem. Oben koche ich einmal – heute gibt es
Lachs. Danach bekommen wir unser Foto-Abendlicht. Deshalb fahren wir noch eine
Runde. Die Fotos werden wohl passen. Ungeschickt ist jedoch ein Versuch, auf
einem – scheinbaren – Parkplatz stehenzubleiben, der Sand dort ist nämlich tief
und unsere Sommerreifen haben sich im Nu eingegraben. Nur mit viel Schaufeln und
Hinausschaukeln kommen wir die paar Meter wieder zurück zur Straße – etwas
mühsam. Als Übernachtungsplatz wählen wir also den Ljotpollur, auch wenn dort
oben der Wind weht. Obwohl es eine sternenklare Nacht ist, sehen wir leider noch
kein Nordlicht.
25.8.2011
Tagwache um 6 Uhr, strahlendes Wetter, leichter Frost. Nach dem Frühstück fahren
wir die paar Kilometer nach Landmannalaugar. Um ½ 8 Uhr brechen wir Richtung
Hrafntinnusker auf, das ist unsere längste Tour.
Der Hinweg erscheint sehr angenehm. Das Wetter ist herrlich und windstill, wir
machen eher kurze Fotostopps und sind zu Mittag am Gipfel des „Rabenberges“
angekommen. Eine solche Rundumsicht wie dort haben wir nur selten erlebt, die
Fernsicht reicht locker 150km, es ist völlig klar und sonnig und auch nicht
allzu kalt. Wir genießen eine relativ lange Jausen- und Fotopause und plaudern
mit einem netten Amerikaner. Dann steigen wir zur Eishöhle ab. Diese ist zwar
vor drei Jahren zu einem größeren Teil eingestürzt, aber die Reste sind noch
beachtlich und man kann auch noch hineingehen. Faszinierend ist, wie direkt vor
dem Schnee und Eis die heißen Quellen blubbern. Dieser Ort ist wieder sehr
beeindruckend! Bis hierher sind wir begeistert!
Doch nun müssen wir wohl auch wieder zurück. Eine weglose Umrundung, v.a. auf
Schneefeldern erspart uns zwar ein paar Höhenmeter, kürzer wird der Weg davon
nicht wirklich. Obwohl der Wanderweg, es ist ja großteils der Weitwanderweg
Laugarvegur, sehr gut und weitgehend sogar bequem zu gehen ist, ist der Rückweg
mühsam. Durch Gegenwind ist es nun deutlich kälter, auch gibt es zahlreiche
Gegensteigungen, was beim Aufstieg kaum auffällt, nun wird aber jeder Graben
steil. Trotzdem kommen wir ganz gut voran, sind aber schon sehr glücklich, als
wir nach gut 26km und ca. 1300 Hm wieder bei unserem Auto sind.
Wir fahren noch zurück zu unserem
Übernachtungsplatz, dort gönnen wir uns erst einmal ein Bier, dann koche ich
gleich (Curry, wird recht gut), danach fallen wir ins Bett – und schlafen 12
Stunden lang. |