Rumänien Tag 16 + 17
 

Am 15.Tag unserer Reise war eine lange Autofahrt von knapp 500 km nötig um vom Norden ins Donaudelta zu gelangen. Zum Glück waren die Straßen recht gut ausgebaut. Aber durch die vielen Ortsdurchfahrten mit Tempo 50 haben wir trotzdem gut 10 Stunden gebraucht. Hier in Murighiol hat aber alles so gepasst, wie im Internet recherchiert. Netter kleiner Campingplatz, wo Sie gut Englisch spricht und ihr Ehemann Octavian (die Rumänen sind stolz auf ihre römischen Wurzeln) die Bootstouren leitet.

Schnell noch nach 20 Uhr zur nahegelegenen Pension zum köstlichen Abendessen, trotz Dämmerung können wir die Gelsen auf der Terrasse mit Autan von uns abhalten.
Die Bootstour startet um 7 Uhr mit einer Ralleyfahrt im klapprigen Dacia zum Bootshafen. Die fast 5 stündige Fahrt durch kleine und große Kanäle, Seen und Auwälder bietet tolle Eindrücke von diesem einmaligen Naturraum.


 

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Höckerschwäne im Flug, Donaudelta


Rumänien Tag 18 + 19

Wir haben uns noch eine frühe Bootstour im Donaudelta gegönnt. Also sind wir um 5 Uhr aufgestanden, um 6 Uhr zum Boot und dann gut drei Stunden rumgefahren. Diesmal eine exklusive Tour für uns, da wohl alle anderen Gäste noch geschlafen haben - vor allem die Polen neben unserem Camper, die in der Nacht ganze Wälder niedergesägt haben. Passenderweise haben sie auf ihren Geländewagen "Expedition Rumänien" Kleber drauf - aber die Autos schauen verdächtig sauber aus. Wir haben sie übrigens am Abend wieder gesehen, diesmal zum Glück in ausreichenden Abstand auf dem Campingplatz an der Schwarzmeerküste bei Constanta, wo wir uns ein paar Stunden Pause am Meer gönnten - die Polen haben ein Zeltlager aufgebaut, das nach längeren Aufenthalt schließen lässt. Naja, ist auch abenteuerlich am Strand in Rumänien. Nicht wirklich, der Strand ist sauber, das Wasser zu warm mit um die 30 Grad, da es hier weit flach und sandig hineingeht und die Anlage, als eine von vielen, ist neu und sauber, aber eben wie jeder Großcamping an einer endlosen Sandstrandküste.
Statt direkt nach Bukarest zu fahren, haben wir noch den Umweg über das Trajan Trophäum gemacht. Eigentlich zum Teil eine Rekonstruktion, ist es doch sehr beeindruckend. Die originalen Friese sind komplett in einem Museum ausgestellt.
Die Fahrt zur Autobahn führt uns dann entlang der Donau und eben über eines der wenigen fertigen Autobahnstücke nach Bukarest. Die Stadt hat ja auf mich einen eigenartigen Eindruck hinterlassen, als ich hier 1990 durch einen Tagesausflug vom Donauschiff "Mozart" vorbeikam. Da war der Umsturz noch frisch, die Straßenbahnen Schrott, die Leute verzweifelt ob der politischen Unsicherheit und die Straßen leer, weil fast niemand ein Auto hatte. Heute sind die Straßen voll, natürlich mit vielen SUF´s, die Leute gut drauf und freundlich und die Stadt noch immer so hässlich, wie ich sie in Erinnerung hatte. Leicht war es nicht, den einzigen Stadtcamping von Bukarest zu finden, der idyllisch im Wald gelegen ist - flankiert von einer durchaus befahrenen Straße und dem angrenzenden Inlands Flughafen. Ob so vielen Bonuspunkten ist er auch der teuerste bisher, umgerechnet 20.-€.
Das Wetter war heute überraschend wechselhaft, auch gewittrig. Da die nächsten Tage gar nicht so gut für das Gebiet im Südwesten, an der bulgarisch-rumänischen Grenze aussieht, werden wir Morgen entscheiden wie es weitergeht.


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Frösche gibt es Millionen im Donaudelta, was Vögel wie Storch und Reiher freut


Rumänien Tag 20 + 21

 
Über Nacht hat es ein wenig geregnet, womit es endlich kühler geworden ist, so an die 24 Grad in der Nacht. Jetzt ist es wieder sonnig und wird sicher wieder heiß. Wir fahren jetzt nach Belogradic/Bulgarien, wo die "weiße Burg" inmitten von bizarren Felsformationen steht. Dort wollen wir mindestens einen Tag herumlaufen, dann sehen wir weiter, ob es noch nach Kroatien geht und auf welchem Weg. Denn wir wollen noch die Plitvicer Seen besuchen, aber auch ein paar Badetage wären nett.
Schauen wir mal, das wir Bukarest gut hinter uns bringen (es gibt keine Außenringautobahn) und die ca. 350 km Landstraße dauern sicher auch wieder gut 7 Stunden.
 
Bis jetzt waren die Tage in Rumänien sehr schön, vor allem die netten Leute, die schöne Landschaft, die vielen tollen Kulturdenkmäler und natürlich auch die günstigen Preise haben uns die Reise sehr angenehm gemacht. Schade, dass gerade bei der Ausreise das Bild getrübt wurde. Um nach Bulgarien zu kommen mussten wir bei Calafat nach Vidin über die Donau - per Fähre. Bei der letzten Tankstelle hatten wir noch vermeintlich überschüssige 100 Lei vertankt. Bei der Einfahrt zum Hafen ein Schranken, wo 11 € zu zahlen sind. Wir verwenden unseren restlichen 40 Lei und ein paar Euro um wie wir glauben, das Fährticket zu bezahlen. Dann eine Kontrolle unseres Autos und Passkontrolle (wir fahren von einem EU Land in das andere ?). Dann der Hinweis: Wir müssen noch Schiffs Tax zahlen. Eine durchaus freundliche Dame am Schalter erklärt mir, dass die Überfahrt 221 Lei kostet (das sind gut 50 € !), die 11 € waren nur die „Hafengebühr“.
Natürlich nur Bargeld, da sie keine Kreditkarten annehmen kann. Also zurück ins Zentrum, Geld abheben, zähneknirschend den Wucherpreis bezahlt. Passenderweise geht derweilen ein Gewitter über uns nieder. Die letzten 20 Lei sinnvoll bei einem kleinen „Magazin Mixt“ in zwei Weinflaschen investiert. Dann auf die Fähre gewartet. Die ist natürlich keine Luxusvariante mit All Inclusive Bar und Buffet, sondern alt und schäbig wie die meisten Fähren hier, aber sie bringt uns sicher über die Donau. Drüben in Bulgarien angekommen, geht der Spaß weiter, erst muss man prinzipiell eine Vignette kaufen, „Straßenbenützungsgebühr“ wird das genannt. Leider hatte ich gelesen, dass es nur Monats und Jahresvignetten gibt, so dass ich nicht nach der günstigeren Wochenvignette frage. Naja, 7 € Unterschied kann ich gerade noch verschmerzen. Bei der neuerlichen Passkontrolle dann noch 3€ „Kopfgeld“ und dann können wir endlich unserem Ziel entgegenfahren, nicht ohne uns vorher das „reizende“ Städtchen Vidin kurz anzusehen, allerdings nur um einen Bankomaten zu finden.
Jetzt wird sich so mancher denken, da haben sich die Rumänen aber ein schönes Körberlgeld gemacht. Nun wir bekamen für jede Zahlung eine ordentliche Quittung, auf der der Preis richtig ausgewiesen war und wir haben auch nicht für LKW samt Anhänger +2 Personen bezahlt, sondern für Microbus (195 Lei) + 2 Personen. Und zwei Österreichern die wir hier in Bulgarien am Campingplatz getroffen haben, ist es genauso gegangen. Nur zum Vergleich: die Fähre in Tulcea über die Donau hat uns nicht einmal 30 Lei gekostet, sämtliche Gebühren bei unserer Überfahrt nach Bulgarien machten so an die 340 Lei aus !
 
Die Strecke nach Belogradcik war dann zum Glück recht gut in Schuss und bis wir im Ort angekommen waren, war auch das Regenwetter vorbei. Eine schöne Abendstimmung bot noch einen versöhnlichen Abschluss dieses unangenehmen Reisetages. All die Mühen für ein paar Felsen ? Zum Glück nicht. Das Gebiet um Belogradcik ist berühmt für seine bizarr geformten roten Felsen und die dazwischen liegende „Weiße Burg“. Das ganze Gebiet hat allerdings eine Ausdehnung von 30 x 3 km und bietet tolle Fotomotive, die sehr gut auf markierten Wanderwegen zu erreichen sind.

Bulgarien Tag 22

Heute hat der Wecker schon um 7 Uhr geklingelt. Mit der Hoffnung auf einen schönen Sonnenaufgang sind wir unweit des Campingplatzes mit unseren Stativen gestanden und haben einmal gewartet. Viele Wolken, wird das noch was ? Als Versöhnung zum gestrigen Tag wurde es sehr wohl etwas. Vor allem die Mischung von Nebelschwaden mit der morgendlichen Sonne und die rot aufglühenden Felsen haben uns begeistert.
Nach einer ausgiebigen Fotosession dann ins Stadtzentrum Frühstück einkaufen. Informationsbüro ist mit einem jungen Mann besetzt, der gut Englisch spricht. Landkarte vom Gebiet gekauft und uns für eine Wanderung etwas außerhalb des Ortes entschieden. Die fängt einmal unspektakulär an, wird aber immer schöner und auch wilder. vor allem der Abstieg durch eine Schlucht und die riesige Höhle beeindrucken. Die Felsformationen sind natürlich auch tolle Fotomotive. Aus der vermeintlich kurzen Tour wird so eine ausgiebige Vormittagswanderung.

Danach brauchen wir einmal eine Stärkung und da es wieder stark bewölkt geworden ist, machen wir ein kleines Nachmittagsnickerchen.
Danach Bilder bearbeiten, Blog schreiben und den Gewitterwolken beim Herumziehen zuschauen.
Nach dem Gewitterguss kommt die Sonne heraus.  So kommen wir noch zu einer abendlichen Besichtigung der Burg, die beeindruckend zwischen die hohen Felsen gebaut wurde. Nur leider schiebt sich etwas zu früh eine Wolkenbank vor die Sonne und verhindert eine perfekte Abendstimmung.
Der Abend in einem Restaurant wird dann sehr nett, da wir mit einem bulgarischen Paar am Tisch sitzen, wo sie sehr gut Deutsch spricht. So erfahren wir viel Interessantes über das Leben in Bulgarien.

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Die roten Felsen von Belogradcik