"Smearing "
Auf der Suche nach dem malenden Kobold
Haben Sie die Bücher von Terry Pratchet gelesen ? Dieses Gegenuniversum ist voll von herrlich skurrilen Ideen. Auch für Fotografen ist da einiges dabei, wie der Pressefotograf, der leider ein Vampir ist und nach jedem Blitzlichtfoto zu Asche zerfällt (zum Glück aber einen Weg gefunden hat, wieder ins "Leben" zurückzukehren). Und dann funktionieren Kameras auf der Scheibenwelt grundsätzlich anders: Wenn man den Auslöser drückt, wird ein Kobold mit einem kleinen Hammer "aktiviert", der dann in sekundenschnelle das Bild malt, sofern ihm nicht gerade die Farben ausgegangen sind.
Wenn ich nun Bilder meiner Canon 5D ansehe, dann habe ich manchmal den Verdacht, das in meiner Kamera so ein Kobold sitzt. "Smearing" ist allerdings kein undokumentierter Begriff aus der Fantasywelt, sondern eine unangenehme Begleiterscheinung der digitalen Kameras, die sich besonders mit Landschaftsstrukturen oft sehr schwer tun. Je höher die Auflösung einer digitalen Kamera, desto weniger schlimm ist das Problem, aber es hängt auch von der Aufnahmesituation, dem Licht, der Optik, der Brennweite (Weitwinkel ist meist anfälliger), dem Raw Konverter und der Nachbearbeitung ab. Während Motive mit wenig klaren Linien sehr gut aufgelöst werden, können Landschaften mit Wiese und Büschen oft aussehen, wie wenn ein Malprogramm darübergelaufen wäre.
Hier ein besonders "gutes" Beispiel:

Bild aufgenommen mit Canon 5D, 24-70 L Optik, Blende 10, 1/80s, 27mm, Spiegelvorauslösung, Manfrotto Carbon Stativ mit Markins Kugelkopf
ausgearbeitet mit DXO 4.1 und Detailanpassungen in Photoshop CS2, Ausschnitt (1014px von 4368px)
Eine teilweise Lösung für dieses Problem liegt für mich in der Verwendung von Adobe Camera Raw, die neueste Version ist merkbar besser und zeigt bei feinen Strukturen weniger "smearing" als DXO, dessen Raw Konverter offensichtlich Schwächen hat.
Link: http://photo.net/bboard/q-and-a-fetch-msg?msg_id=00DF8i