chinesischer Rollei Nachbau, 6x6 Sw Film XP2

Aufnahmetechnik

Ich habe Fotografieren nur sehr langsam durch Try and Error erlernt,  was nicht gerade der effizienteste Weg war. Ein guter Fotokurs, eine engagierte Fotogruppe oder gute Fachbücher können sehr dazu beitragen, dass man sich fotografisch weiterentwickelt. Aber auch vor dem Ankauf einer teuren Ausrüstung sollte man sich informieren. Zu oft gilt der Spruch: "Die schlechtesten Fotografen haben die beste Ausrüstung".
Ich habe sehr viel durch die Bücher von John Shaw gelernt, die leider nur in Englisch erhältlich sind. Kompetent und mit Witz geschrieben, bleibt kaum eine Frage mehr offen.

Natürlich ist auch das Internet eine sehr gute Quelle für informative Artikel rund um das Thema Fotografie. Links dazu finden Sie hier.

Kameras:

Eigentlich sekundär, was zuerst zählt, ist das Objektiv. Die Leica M2 aus den 50 igern machte in der analogen Fotowelt schärfere Fotos als jede Hightech NikonCanonMinolta, mit Billigzoom. Natürlich gibt es technische Kriterien für die Kamera, die je nach Anwendung unterschiedlich wichtig sind. In der Tier- und Sportfotografie ist ein schneller AF oft entscheidend, in der Landschaftsfotografie eher unnötig. Achten Sie auch auf oft vernachlässigte Kriterien: Guter Suchereinblick, überall erhältliche Batterieversorgung (am besten Li-ion Akku), geringer Stromverbrauch.   Weitere Kriterien für die Kameraauswahl:  Schaltet die Belichtungsmessung bei Fremdobjektiven oder Spezialobjektiven (Shiftobjektiv)  ab? Die billigeren Gehäuse tun dies manchmal, was sehr lästig sein kann.
Zeiten von 1/4000 - 1/ 8000 sind kein so wichtiges Kaufargument, da man diese nur selten nutzt. Kurze Blitzsynchronzeit um auch bei Sonne mit Aufhellblitz arbeiten zu können ist hingegen wünschenswert

Mittlerweile arbeite ich ausschließlich mit  Digitaltechnik, da ich so unterschiedliche Aufträge in kurzer Zeit realisieren kann, die ich oft mit analoger Technik nicht oder nur schwer umsetzen hätte können. Leider spielt heute Schnelligkeit viel mehr eine Rolle als Qualität, was ich zwar bedaure, aber wer im Beruf Geld verdienen will, muss sich den Gegebenheiten anpassen. Mit Kameras wie der D3 Serie von Nikon dürfte aber immer mehr der Spagat zwischen universellem Kameragehäuse und hoher Qualität der Bilder zu schaffen sein. Das trotzdem das Pixelrennen nicht aufhört, dafür sorgen schon die Hersteller. Mit immer höheren Zahlen lässt sich die Kundschaft halt am leichtesten beeindrucken.


Stative

Manche Stative scheinen wirklich nicht für Menschen konstruiert. Hoch ausziehbare Mittelsäulen bieten wenig Stabilität und zwischen den Stativbeinen bei umgesteckter Mittelsäule Makrofotos zu machen ist wenig angenehm. Wichtig ist ausreichende Stabilität, angenehme Arbeitshöhe und Beine, die sich in verschiedenen Winkeln abspreizen lassen, sodass man auf Bodenniveau kommt.
Sehr wichtig ist ein gutes Schnellwechselsystem, am besten im Stativkopf integriert, ich verwende  das sehr kompakte und doch stabile von Novoflex und eine L-Schiene von Really Right Stuff, die auf allen Wechselsystemen im Arca Swiss Style paßt.
Auf  langen, schweren Bergtouren gibt es drei Möglichkeiten der Gewichtsreduktion: Eine Stativ-Wanderstock-Synthese (Novoflex), ein kleines Alu Stativ fürs absolute Minimum, oder für den prall gefüllten Geldbeutel Carbonstative (Gitzo, Manfrotto, Slik). Und genau da bin ich nach fleißigem Sparen gelandet: Das Slik Pro 703 CF für längere Touren (1000 g) und das Gitzo GT3541XLS für alle anderen Arbeiten "on location". Diese Stative sind um einiges leichter als vergleichbare Alu Stative. Auch dämpft Carbon Schwingungen viel besser und sind die Stativbeine bei Kälte viel angenehmer anzugreifen. Beide Stative errreichen dank variablen Abspreizwinkel der Beine eine gute Minimalhöhe um die 20 cm.
Im Bild links ein umgebautes Manfrotto Carbon Stativ. Die Mittelsäule wurde entfernt und durch eine Befestigungsplatte aus Nussholz samt Dosenlibelle ersetzt. Ein leichteres und stabileres Stativ ist die Folge. Der Kopf ist der Q 10 von Markins.

Die hohe Leiter in der Steinwandklamm war
selbst mit meiner Noblex Panoramakamera
nicht aufs Bild zu bekommen.
5 digitale Einzelbilder mit der E-10
wurden in Photoshop zusammengefügt.

Digitale Fotografie

"Doppelt so teuer - halb so gut" habe ich noch im Frühjahr 2001 geschrieben, jetzt mit den Neuen 8/12/24 MP Digitalkameras muss ich diese Aussage revidieren: "Doppelt so teuer - doppelt so gut" um es etwas provokant zu formulieren, denn Bilder der Nikon D3x dürften bezüglich Auflösung dem Mittelformat zumindest ebenbürtig sein!

Bei den 10 Megapixel Consumer Kameras ist die Situation durch die extrem kleinen Chips aber weiterhin etwas anders. Zwar lassen sich Ausdrucke bis 30 x 40 cm in brauchbarer Qualität bewerkstelligen, jedoch schaut dies beim hochwertigen Zeitschriftendruck auf einmal ganz anders aus:  Der "unintelligente Rasterdruck" ist für diese Formatreduzierung ebenso verantwortlich wie erhöhtes Rauschen der Kamerasensoren. Der Vorteil dieser kleinen Chipgröße ist aber eine extrem erhöhte Tiefenschärfe von ungefähr + 4 Blenden (Bl. 4 --> Bl. 16). Nur sollte man kleinere Blenden bei diesen Kameras vermeiden. Siehe diese Seite über "Diffraction".

Ab September 2002 setzte ich immer mehr digitale Kameras ein (Nikon D-100) und war von ihrer Qualität sehr positiv überrascht. Sie war nicht nur bei Fotovergrößerungen, sondern auch im Buchdruck einem 100 Asa Diafilm schon fast ebenbürtig! Viel Unsinn wurde im Internet schon über die Überlegenheit der analogen Technik geschrieben, meist wurden praxisfremde Zahlenspiele angestellt. Da Bilder von digitalen Spiegelreflexkameras praktisch rauschfrei sind, also keine Kornstruktur wie ein Film haben und sich dadurch recht gut weiter vergrößern (upsampling) lassen, ergab sich in der Praxis ein Unentschieden zwischen Analog und Digital. Auch bei mir waren neben der sofortigen Bildkontrolle bei schwierigen Aufnahmesituationen vor allem auch die Möglichkeit der Anpassung an verschiedene Lichtquellen ("Weißabgleich"), variable Empfindlichkeit und über spezielle Techniken die Möglichkeit Kontraste bis zu 8 Blenden zu beherrschen oder die Schärfentiefe zu vergrößern, kaufentscheidend. Schwarzweiß, Infrarot und Panoramafotografie kommen als "Draufgabe" ohne zusätzliche Kamera oder dauernden Filmwechsel noch hinzu.

Digitale Bildbearbeitung

Eine sehr hilfreiche Sache, endlich kann ich meiner Leidenschaft, der Panoramafotografie, neue Möglichkeiten entlocken. Aber auch das Restaurieren verblasster alter Farbdias, experimentelle Fotos oder  Montagen sind ohne tagelangen Aufenthalt in der Dunkelkammer möglich geworden.

Photoshop ist bei Berufsfotografen weit verbreitet und das Programm ist wirklich hervorragend - leider auch der Preis von rund 1000 €. Es gibt jedoch auch andere Programme, die sehr gut für die Bildbearbeitung geeignet sind. Aktuelle Vergleiche in Computer- und Fotozeitschriften erleichtern die Auswahl. Und dann gibt es sogar Gratisprogramme, die sehr gut sind. zb. "Irfan View"

Dieses Foto wurde aus  zwei Bildern zusammengesetzt um eine höhere Tiefenschärfe und ein Abdunkeln des Himmels zu erreichen.


Mac oder PC ?

Die Debatte kann man endlos führen. Wir verwenden PC´s, weil wir die Programme gewöhnt sind und manche wie imatch (Bilddatenbank) auf dem Mac nicht direkt laufen. Und manche Software ist auf dem Mac genauso instabil wie auf dem PC (zb:Nikon Capture NX2). Tip: Den Computer nicht mit Software zumüllen, dann geht es auch mit dem PC flott und stabil durch den Arbeitsalltag.

Computerarbeitsplatz: 

Dieser sollte in einem Raum sein, der vom Tageslicht nicht beeinflusst wird. Der Bildschirm darf auf keinem Fall von rückwärts oder von der Seite durch starke Lichtquellen beeinträchtigt werden und sollte unbedingt kalibriert werden.  Da es mittlerweile kostengünstige Geräte wie den "Spyder" gibt, ist ein ordentlich kalibriertes System keine Hexerei mehr und auch preislich erschwinglich. Für den Amateur empfehlenswert, für den Profi ein Muss !  2 Bildschirme in 24 Zoll Größe sind für Fotografen ideal zum arbeiten. Der Hauptschirm sollte top Qualität haben, also am besten einer von Eizo aus der CG Serie, der 2 Bildschirm kann auch ein billigerer aus der Büroserie sein, da kommen bei mir nur die Werkzeugleisten oder Thumbnailübersichten hin.
Ganz wichtig zum arbeiten ist eine sehr gute Maus, wie z.B. die MX Laser Maus von Logitech. Bei einem Werkzeug, das man Stunden in der Hand hat, sollte man nicht sparen.

              

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