![]() Ein herrlicher Blick auf´s Meer, saftiges Grün und im Hintergrund das ewige Eis des Snaefellsjökull Aufnahmeort: Snaefellshalbinsel bei Arnarstapi, Nikon D-100, aus 5 Einzelbildern zusammengesetzt |
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Island - die Insel aus Feuer und Eis |
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Allgemeine Infos |
Als wir im Sommer 2011 Island neuerlich bereisten, um unseren
Wanderführer für die deutsche Neuauflage auf den aktuellen Stand zu
bringen, waren wir wieder überrascht, wie viel sich geändert hatte. Wie
wir schon in unserem Vorwort zur 1.Auflage geschrieben haben, ist Island
aus mehreren Gründen kein ideales, aber ein umso faszinierenderes
Wanderland. Doch mit zunehmender Kommerzialisierung des Naturtourismus
werden auch hier Anstrengungen unternommen, das Wegenetz für den
Wanderer besser auszubauen. Viele Wege wurden erst in den letzten Jahren
markiert, wodurch es auch dem vom perfekt ausgebauten Wandernetz in
den Alpen ein wenig verwöhnten Touristen immer leichter fällt in die
grandiose isländische Natur aufzubrechen. Doch egal wie gut das
Wegenetz, die Berghütte, Campingplätze und Hotels den Ansprüchen der
Wanderer angepasst werden, die raue Natur und das oft unvorhersagbare
Wetter werden immer eine spezielle Herausforderung bleiben. Um nun mit diesen beständigen Veränderungen Schritt halten zu
können, aber auch um nützliche Zusatzinformationen geben zu können,
haben wir hier diese Website als Service an unsere Leser aufgebaut. Sie
sollte neben der Homepage des Rother Verlages weitere nützliche
Infos bieten. Um diese für alle so aktuell wie möglich zu halten,
möchten wir Sie aufrufen uns über Veränderungen oder neue Wanderungen in Island zu informieren. Kontakt: admin@christianhandl.com Allgemeine Infos
Island ist seit dem 2.Weltkrieg viel stärker nach Amerika ausgerichtet als man von einem nordeuropäischen Land vermuten möchte. Als ich 1984 zum ersten Mal mit dem Flugzeug am Flughafen von Keflavik landete, war ich sehr verwundert ob der riesigen Ausmaße des Flugfeldes. Das Empfangsgebäude für den zivilen Teil war wie ein scheinbarer Kontrapunkt aus Holz und recht bescheiden. Da wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass hier eine amerikanischer Luftwaffenstützpunkt ist. Die Autobusfahrt hinaus nach Reykjavik führte durch eine regengraue weite Landschaft, geprägt von Lavafeldern und der Leuchtreklame von "Kentucky Fried Chicken". Da wurde mir dann klar, dass die amerikanische Präsenz sich wohl nicht nur auf den militärischen Flughafen beschränkt. Ich konnte schon 1984 einen oft eklatanten Widerspruch zwischen der grandiosen Natur und dem Verhalten der Isländer dieser Natur gegenüber feststellen. Auf einer Insel, wo Generation um Generation ums Überleben gekämpft hat, die im 18.Jh. sogar kurz vor der Aufgabe stand (Vulkanausbruch der Laki Spalte, und folgende Hungersnot) und wo man bis weit hinein ins 19.Jahrhundert nicht gerade von einem hohen Lebensstandard sprechen konnte, mag es verständlich sein, dass viele Isländer die Natur nach wie vor als Bedrohung oder zumindest als lästig und unbequem empfinden und sich viel lieber mit der neuesten Handy Technologie auseinandersetzen als mit Outdoor-Erlebnissen. So ist diese Insel in ihrem Erscheinungsbild auch zweigeteilt. Der Großraum Reykjavik, wo 188 000 Menschen leben, ist modern und urban , mit breiten Straßen und hohem Verkehrsaufkommen, am Land gibt es kleine, ruhige Siedlungen, oft nur ein paar Häuser und die Farmen einsam in der wilden Landschaft verstreut. Mit dem Flugzeug Öffentliche Verkehrsmittel Das Busnetz ist eigentlich recht gut ausgebaut, in der Touristensaison von Juni bis September verkehren auch viele zusätzliche Busse und es gibt viele Angebote an geführten Busrundreisen und Tagesausflügen. In entlegenen Gebieten wie im Asbyrgi NP zum Campingplatz bei den Hljódaklettar muss man aber schon froh sein, das einmal am Tag ein Bus geht. In einem Land mit nur 315 000 Einwohnern, aber einem Straßennetz
von 12 500 km, kombiniert mit oft schwierigen Geländesituationen
wie weiten Vulkanfeldern, breiten, reißenden Gletscherflüssen und
steilen, oft sehr instabilen Bergflanken, ist es eigentlich
verwunderlich, wie gut der Straßenzustand mittlerweile auf den
Hauptrouten ist. Man kann nun alle Hauptstraßen ohne
Dez.2009: Eine wichtige Info für Reisende mit einem Mietwagen: Eine Reisende hat bei Hertz Island einen PKW gemietet und ist mit diesem nach Landmannalaugar gefahren, was über die F22 von Norden her möglich ist. Wir sind selbst schon zweimal mit PKW dort gewesen und hatten auf der Strecke keine Probleme, aber das waren unsere eigenen Autos ! Hertz hat entweder über eingebautes GPS oder durch Sichtung eines Mitarbeiters dies bemerkt und der Mieterin eine Strafe von gut 900.-€ aufgebrummt. Rechtlich kann man da nicht viel machen, da das Verbot auf F Straßen zu fahren im Mietvertrag deutlich aufgeführt wird. Die Höhe der Strafe, obwohl es zu keinerlei Schäden gekommen ist, kann man aber nicht als kundenfreundlich bezeichnen. Naturschutz - Kraftwerke - Wasserstoff Ein kontroversielles Thema war und ist der Naturschutz in diesem
Land. Wie wir schon in unserer Einleitung erklärt haben, sind die
Isländer sicher keine modernen Wikinger, die jeden Tag aufs Neue nur
zum Spaß sich den rauen Elementen der Natur stellen oder diese als
besonders schützenswert erachten. Im Prinzip sind sie wie wir
Mitteleuropäer viel mehr an einem möglichst bequemen Leben
interessiert und dazu benötigen sie genug Einkommen, sowohl persönlich
wie gesamt als Staat. Da die Wünsche aber größer sind als die
Geldbörse, hat Island eine hohe pro Kopf Verschuldung, wobei viele
Kredite nach Amerika gehen. Da neben dem Fischfang nur wenig andere
Naturresourcen vorhanden sind (kaum Industrie, die Landwirtschaft und
der Tourismus bringen nicht so viel ein), versucht man nun mit Energie
Geschäfte zu machen. Die erste Wasserstofftankstelle in Reykjavik Island nur vom Hotelfenster aus zu erleben, ist
sicher der falsche Ansatz. Bei allem Verständnis für das Bedürfnis nach
Bequemlichkeit, dem auch wir gerne frönen, - Island kann man nur
richtig erleben, wenn man sich auch den oft rauen Elementen aussetzt.
Auch sind in den schönsten Regionen Hotels und Unterkünfte rar bis gar
nicht vorhanden. Und wir hoffen, dass dies auch so bleibt. Luxushotels
passen einfach nicht in diese urtümliche Landschaft. Berghütten, aber
vor allem das Zelt sind die einzige Möglichkeit, die oft unglaublichen
Lichtstimmungen, die der lange Islandsommer hervorzuzaubern vermag,
richtig und intensiv zu erleben. Auch wir fluchen, wenn wir einmal Pech
haben und einen Tag oder noch länger im Zelt bei Regen im Schlafsack
verbringen müssen. Und ich bemerke, dass ich mit meinen 50 Jahren das
nicht mehr so als Abenteuer sehe, sondern viel mehr als lästige
Wartezeit, die mir auf die Nerven geht. Aber um so schöner und
willkommener ist dann, wenn auf einmal wieder die Sonne hervorbricht und
man die großartige Landschaft Island direkt vor der Haustür - pardon
dem Zeltausgang bewundern kann. An und für sich gilt in Island auch das Jedermannsrecht, das heißt, Zelten ist in der freien Natur erlaubt. Nationalparks
und Privatgrund sind hier jedoch ausdrücklich ausgenommen. In der Praxis
erweist es sich dann auch oft als schwierig einen ruhigen und idyllischen
Platz für sich alleine zu finden. An der Küste sind alle fruchtbaren
Regionen eingezäunt (Schaf- und Viehzucht), hingegen sind die rauen
Lavasteine
oft eine Gefahr für die
Eine Liste über die verschiedenen Bezeichnungen von Brennstoff bei Campingkocher gibt es hier
Zwei Wandervereine bieten Unterkunft in ihren Berghütten: Utivist und Ferdefelag. Beide sind mittlerweile etwas internationaler geworden und haben auch eine Website in Englisch. Bei beiden gilt, dass in den Ausflugsregionen ein längerfristiges Vorbuchen der Hütten sinnvoll und nötig ist. Abgelegene Selbstversorgerhütten sind meist klein, ohne Heizung und Licht und unverschlossen, aber auf Grund von Problemen wird hier ein Schlüsselsystem ähnlich wie in den Alpen diskutiert. Also bitte vorher nachfragen. Eine neue Unsitte ist es, dass in Berghütten wie im Thorsmörk oder Landmannalaugar von dem vorbeiziehenden Wanderer eine "Pinkelgebühr" verlangt wird. Zwar kann man sich darum leicht drücken, denn es wird nicht kontrolliert, aber die Optik ist nicht so gut. Uns ist schon klar, dass bei diesen Berghütten die Ausflugsbusse, die oft nur wenige Stunden bleiben, die Ursache des Problems sind, nur sollte man das mit den Busunternehmern regeln und nicht vom Wanderer eine überzogene Gebühr verlangen. Island galt bis zum Bankencrash im Jahr 2008, der vor allem
auch in Island eine Spur der Verwüstung gezogen hat, als eines der teuersten Länder Europas und das in vielen
Bereichen zu recht. Durch die rapide Abwertung der isl. Krone ist Reisen
und Einkaufen in Island für Touristen merklich billiger geworden. Allerdings ist das Preisniveau oft sehr
uneinheitlich. Beispiel Supermärkte: Da kann es passieren, dass man
Schokoladenkekse im Supermarkt von Egilsstadir kauft, die
gleichen kosten dann aber in einem anderen Supermarkt in einer anderen Stadt auf
einmal 3x so viel. Schweinefleisch ist nicht gerade
Mittlerweile haben wir auch die Erfahrung gemacht, das man sich durchaus in die staatlichen Alkoholläden trauen kann (Vinbudin). Die Preise für eine Flasche Wein lagen 2011 so bei 7.-€.
isländische Kronen. Die Einfuhr von
ungekochten Lebensmitteln (Fleisch und andere Tierprodukte, sowie
Produkte aus nicht sterilisierter Milch) ist verboten. Zollfrei dürfen
andere Lebensmittel (inkl. Süßwaren) nur bis zu einem bestimmten Wert, bzw.
im Gewicht von 3 kg eingeführt werden. Island ist vor allem für den Naturfotografen eines der lohnendsten Reiseziele. Der Kampf der Elemente, vor allem von Feuer und Eis, hat hier eine oft bizarre, unwirkliche Welt erschaffen, deren Wirkung durch plötzlich wechselnde Lichtstimmungen noch verstärkt wird. Der wichtigste Tipp für jeden, der eigene Bilder mit nach Hause bringen will: Genug Filme/Speicherkapazität mitnehmen ! Landschaftsfotografie ist eine Geduldssache einerseits, aber es gilt auch der Grundsatz "Be there at the right time". Fotografie artet, wenn man sie ernst betreibt, schnell in Arbeit aus, denn das beste Licht ist morgens und abends. Das kann im sommerlichen Island je nach Monat also schon eine mühselige Sache sein, der Sonnenuntergang um 23 Uhr lässt sich da noch aushalten, aber Sonnenaufgang um 4 Uhr ist schon weit härter. Wer glaubt, mit ein paar brauchbar belichteten Bildern offene Türen bei Magazinen wie Outdoor, Berge, Naturfoto, .... einzurennen, der sollte sich auf eine herbe Enttäuschung einstellen. Die Reise- und Naturfotografie ist ein heiß umkämpfter, übersättigter Markt, wo nur die Besten es schaffen Gewinn zu machen. Tun Sie also sich selbst einen Gefallen und fotografieren Sie so, dass es Ihnen Spaß macht und nicht mit dem Druck, dass damit die Reisekasse aufgefüllt werden sollte. Zusatz: Tun Sie bitte auch uns Profi-Fotografen einen Gefallen, indem sie Bilder nicht verschenken, gerade in letzter Zeit drängen immer mehr Micro payment Agenturen auf den Internet Bildermarkt, die Bilder oft nur um 1 $ verkaufen und den Fotografen wenn überhaupt nur Cent Beträge bezahlen. Wie heißt es so treffend im Film Forest Gump: "Dumm ist wer Dummes tut"
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